Handball · Klaus-Dieter Petersen · Pitti Petersen · TSV Altenholz

Unglückliches 26:27 bei TV Großwallstadt

Aufsteiger TSV Altenholz wartet in der Zweiten Handball-Bundesliga weiter auf seinen ersten Auswärtssieg. Im sechsten Anlauf gestern Abend in der Arena Aschaffenburg fehlte der Mannschaft von Trainer Klaus-Dieter Petersen beim TV Großwallstadt allerdings nur ein Quäntchen Glück, um den Altmeister aus dem Sattel zu heben. Kurz vor dem Abpfiff traf der Isländer Fannar Fridgeirsson zum 27:26 (11:14)-Sieg für den TVG.

Marius Kastening scheiterte mit seinem finalen Versuch, wenigstens einen Punkt zu retten an Torhüter Milos Putera. So wurde die nächtliche Rückfahrt aus Nordbayern eine eher triste und traurige Busreise, begleitet von dem quälenden Gedanken, dass ein eigener Erfolg greifbar nahe gewesen war. Und das ausgerechnet bei jenem ehemaligen Bundesliga-Dino, der erst in der vergangenen Spielzeit nach 35 Erstligajahren den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste, den „Todesstoß“ im Saisonabschlussspiel vom THW Kiel erhalten hatte und weiterhin sechs ehemalige Profis in seinem Zweitligakader hält. So musste „Pitti“ Petersen nach dem überaus unglücklichen Ende manch einen seiner jungen Leute trösten. Was dem ehemaligen Nationalspieler auch nicht schwerfiel. Stolz sei er auf seine Mannschaft, erklärte der 45-Jährige. „Das war großartig, wie die Jungs sich hier verkauft haben, wie sie den ehemaligen Bundesligisten über weite Strecken beherrscht und auch der hitzigen Atmosphäre in der Halle standgehalten haben.“ Letztlich, so schränkte Petersen ein, habe einigen seiner jungen Spieler dann aber doch die notwendige Cleverness gefehlt, um in den entscheidenden Situationen einen klaren Kopf zu behalten. „War aber auch nicht leicht, weil die Zuschauer sehr viele Emotionen ins Spiel gebracht haben.“ Erschwerend kam hinzu, dass dem Team verletzungsbedingt drei wichtige Leistungsträger fehlten. Abwehrchef Sebastian Opderbeck und Linksaußen Rune Dahmke hatten sich gar nicht erst umgezogen, Mittelmann Mathis Wegner lief trotz lädierten Wadenbeins auf, musste seinen Versuch aber bereits nach zwei Minuten beenden, erlebte den Rest der Partie von der Ersatzbank.

Die beste Phase seiner Mitspieler bestaunte Wegner zehn Minuten vor der Halbzeitpause, da drehte der TSV Altenholz mit einem 5:0-Lauf die 11:9-Führung des siebenfachen deutschen Meisters in eine eigene 14:11-Pausenführung um. Der erste Auswärtscoup war vor rund 1500 Zuschauern jetzt keine Utopie mehr. Im Mittelblock hielten Max Lipp und Fynn Ranke die TSVAAbwehr zusammen, wussten mit Nick Weber über weite Strecken einen guten Torhüter hinter sich. Vorne schlüpfte Marius Kastening in die verwaiste Spielmacherrolle, brachte „die Jungs in sehr gute Situationen“ (Petersen), Linkshänder Patrick Starke übernahm Verantwortung im Abschluss, zog zwar einige Fahrkarten, war mit insgesamt neun Toren aber bester TSVASchütze. Ihm am nächsten kam Kastening, der es auf fünf Treffer brachte, dann aber fast mit dem Schlusspfiff die Chance zum möglichen Ausgleich ausließ.

„Schade“, resümierte Klaus-Dieter Petersen, „wir hätten heute mehr verdient gehabt, aber wir sind eine Mannschaft, die sich in der Ausbildung befindet. Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.“ Durch die Niederlage rutschte der TSVA vorerst auf Rang 18, also in den Tabellenkeller der Liga. Am kommenden Sonntag kommt der punktgleiche Tabellennachbar DJK Rimpar, den könnten die Altenholzer dann mit einem Sieg überholen und geschlagen nach Bayern zurückschicken.

TSV Altenholz: Hossner, Weber (10 Paraden) – Lipp 3, Calvert, Drecke, Volquardsen, Boldt 3/1, Köpke 2, Wegner, Ranke 3, Kastening 5, Firnhaber, Starke 9, Röder 1, Abelmann-Brockmann.
Quelle: http://www.kn-epaper.de Kieler Nachrichten – Reimer Plöhn

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