Handball · Klaus-Dieter Petersen · Pitti Petersen

Großer Wurf für kleine Handballer

StuttgartEs ist schöne Tradition bei den Trainingscamps der Stuttgarter Nachrichten und von Fielmann, dass am Ende des sportlichen Tages die Fragestunde auf dem Programm steht. Der Stargast wird mit Fragen gelöchert – doch diesmal dreht Klaus-Dieter „Pitti“ Petersen (45) den Spieß um. Zwei Dinge will er wissen. „Wem hat es Spaß gemacht?“ Und: „Wer hat viel gelernt?“ Alle Arme schnellen in die Höhe. Nicht einer der acht- bis 14-jährigen Teilnehmer verweigert die Zustimmung.

Auch nicht Tom. Der Nachwuchsspieler von der JSG Deizisau/Denkendorf hat sich leicht den Fuß verdreht, steht für kurze Zeit am Spielfeldrand und trinkt einen Schluck Wasser. „Es macht richtig viel Spaß, die Trainer geben tolle Tipps, und ich habe schon viele tolle Tricks gelernt“, schwärmt er. Dann greift der Zwölfjährige wieder zum Handball. Die kleine Blessur ist vergessen, und er meldet sich wieder fit zurück. Für das Camp hat der D-Jugend-Spieler extra den Schwarzwald-Urlaub mit seinen Eltern vorzeitig abgebrochen.

„Wo kann man in den Ferien schon Handball spielen?“, fragt Tim – und gibt die Antwort selbst: „Nur hier.“ Er spielt in der C-Jugend des Tus Stuttgart und hat sich beim Camp mit Tom angefreundet. Jetzt passen sie sich mit Feuereifer den Ball zu, üben Schlagwürfe und Sprungwürfe. Doch nicht nur Handbälle fliegen durch die Luft. Auch Basketbälle, Fußbälle, sogar Rugby-Eier müssen gefangen werden. Geschicklichkeit und Koordination werden durch diese Spielformen gefördert. Dann ertönt plötzlich ein Pfiff. Klaus-Dieter Petersen unterbricht die Einheit: Er erklärt, korrigiert, verbessert. Die Asse von morgen hören ihm gebannt zu. „Die Kinder fressen ihm aus der Hand“, sagt Herbert Leide. Der Jugendtrainer der Stuttgarter Kickers unterstützt an diesem Tag mit vier weiteren Übungsleitern der Blauen den Ex-Nationalspieler. Warum der Respekt vor Petersen so groß ist? Liegt es an der Länge des 1,98-m-Riesen? „Nein, nein“, sagt Caroline (13) vom TV Plieningen, „das liegt daran, dass er so gut ist.“ Petersen hat acht deutsche Meisterschaften mit dem VfL Gummersbach und dem THW Kiel geholt, drei Pokalsiege, drei Europapokalsiege sowie 2004 den EM-Titel mit der Nationalmannschaft gewonnen. Jetzt trainiert er den Drittligisten TSV Altenholz, die deutschen U-16-Junioren – und er gibt sein Wissen nach dem Trainingskonzept des Handballcamp-Teams mit seinem Partner Mannhard Bech an Kinder weiter.

„Wer betreibt weniger als zwei Sportarten?“, will Petersen wissen. Nicht alle, aber viele Hände gehen nach oben. „Das ist nicht optimal“, weiß der ehemalige Kreisläufer Abwehrspezialist, „als junger Sportler sollte man auch mal turnen oder Leichtathletik betreiben.“ Sich bewegen, Spaß am Sport haben, statt vor dem PC zu sitzen – immer weniger Kinder tun das. „Deshalb unterstützen wir solche Aktionen auch sehr gerne. Es ist schön zu sehen, wie begeistert die Kinder am Ball sind“, sagt Robert Engel, der Leiter der Fielmann-Filiale in Bad Cannstatt. Am Ende des Trainingstags überreicht er noch Freikarten für das Supercup-Spiel des THW Kiel gegen die Füchse Berlin in der Porsche-Arena. Dazu gibt es für die Teilnehmer eine komplette Trainingsausrüstung inklusive Ball. „Das war eine geniale Veranstaltung“, lobt Jörg Müller beim Verlassen der Halle. Sein Sohn Mika (9) drängt heim. Er will schnell duschen. Und dann beim Supercup von den Vorbildern die Tricks abschauen. Es wird ein Erlebnis. Die Kieler gewinnen 24:18. Und weil es der Ex-Club von „Pitti“ Petersen ist, sind die Camp-Teilnehmer mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden. (Quelle: Stuttgarter Nachrichten)

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