Handball · HandballCamp · Klaus-Dieter Petersen · Pitti Petersen · THW Kiel

Junge Talente und ganz viel Potenzial

Am Ernst-Barlach-Gymnasium gibt es spezielle Sportklassen – Auf dem Stundenplan steht unter anderem viel Handball
Wir wollen natürlich auch mehr Nachwuchs aus Kiel haben – auf und abseits des Spielfeldes. Klaus-Dieter „Pitti“ Petersen, THW-Nachwuchstrainer
7.45 Uhr. Schon in der ersten Schulstunde steht für eine Gruppe Fünft- und Sechstklässler des Ernst-Barlach-Gymnasiums (EBG) am Dienstagmorgen Sport auf dem Stundenplan. Die Besonderheit: Das ist nicht irgendeine x-beliebige Sportstunde. Zwei Mal die Woche absolvieren 14 sport- und besonders handballbegeisterte Jungs in der Wiker Tallinnhalle ein Handballtraining mit THW-Nachwuchstrainer Klaus-Dieter „Pitti“ Petersen und dem FSJler sowie Bundesligaspieler David Meurer.Der Huddle (englisch für Haufen) bezeichnet die Versammlung der Spieler, bei dem Trainingsübungen und Hinweise besprochen werden. Hier mit den Trainern David Meurer (THW Kiel) und Moritz Haß (Handball-Camps)

Die Handball-Gruppe aus zwei Sportklassen des EBG, die durch die grassierende Erkältungswelle ein wenig dezimiert ist, wärmt sich bei einer Runde Parteiball auf, wobei laut THW-Urgestein Petersen gleich die Grundtechniken „Passen“ und „Fangen“ trainiert werden. Die Kinder, so erklärt er, fangen mit einfachen, Handball-ähnlichen Spielvarianten an, in denen die jungen Sportler sich abwechselnd gängige Abläufe aneignen oder einfach nur spielen sollen. Ob beim Spielen Zwei gegen Zwei oder Drei gegen Zwei: Die Schüler lernen besonders durch häufige Wiederholungen die Grundlagen des Handballspiels, sie üben Sprungwürfe, steigern sich aber auch in puncto Laufkoordination und Vielseitigkeit.
Ein weiteres Spiel soll neben der Wurftechnik der Jung-Handballer ihr Entscheidungsverhalten schulen: Während des Angriffs auf das Tor müssen sie blitzschnell einschätzen, was die richtige Lösung ist: werfen oder abspielen?
Obwohl es hier noch hauptsächlich um den Spaß am Ballsport geht, können die THW-Trainer in solchen Situationen die Qualitäten der Nachwuchsspieler schon ansatzweise erkennen: „Technik anwenden können letztlich viele, aber die richtige Entscheidung treffen, das macht dann auch das Talent aus“, unterstreicht Petersen. „Freie Bälle erkämpfen“ mache den Jungs natürlich am meisten Spaß, doch man könne dabei auch schon das Bewegungsgefühl und das Ballgefühl des Einzelnen beobachten. „Und man merkt, wer diese Persönlichkeit hat, die sportlich einfach schon mehr will. Diesen Ehrgeiz und die Motivation braucht man da.“
Sportklassen gibt es nun seit drei Jahren am EBG. Die Schüler können zwischen vier verschiedenen Sportarten wählen, in denen sie besonders gefördert werden: Neben Handball sind das Fußball, Leichtathletik und Volleyball. Dass die Schule dabei eng mit Vereinen zusammenarbeitet, sei „einmalig in Kiel“, sagt Uwe Thomsen, Koordinator der Sportklassen. Das Konzept dazu entwickelte er vor fünf Jahren gemeinsam mit Fabian Müller, dem Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Holstein Kiel in Projensdorf. Damals haben Schule und Verein begonnen zu überlegen, wie sie leistungsorientierte Jungsportler optimal fördern können, ohne die Schule zu vernachlässigen.
Als das Projekt im Schuljahr 2014/15 startete, war neben Holstein Kiel auch der KTB (Leichtathletik) mit von der Partie. Im zweiten Jahr kamen mit dem THW und dem Wiker SV (Volleyball) weitere Kooperationspartner hinzu. Mittlerweile gibt es bereits die dritte Sportklasse am EBG. Sie ist besonders als Angebot für sportbegeisterte und leistungsorientierte Mädchen und Jungen gedacht und soll bis zur 9. Jahrgangsstufe weiterlaufen. Verfolgt werden Zielsetzungen wie Fitness, Koordination und Spielfähigkeit. Wie das funktioniert? „Die Sportklassen haben drei Stunden regulären Sportunterricht in der Woche. Dazu kommen zwei Zusatzstunden bei den Vereinen“, erklärt Thomsen.
Ein Vorteil für das EBG: Für die zusätzlichen Stunden stellen die Vereine die Trainer, „dadurch haben wir keine Kosten“. Außerdem kümmern sie sich zum Teil um den Transport. Für die Vereine dürfte sich das Training auszahlen: „Bei manchen dachte man vorher, dass sie noch nie einen Ball in der Hand hatten. Da sieht man jetzt schon einen Effekt“, berichtet David Meurer, der das Handballtraining leitet. Der Ehrgeiz bringe die Sportklasse weiter, die auch an Turnieren teilnimmt. Und durch den erhöhten Trainingsumfang, so ergänzt Petersen, habe die Gruppe einen gewissen Vorsprung in Sachen Technik. Ein Vorteil für Vereine wie den THW, die gerne mehr Nachwuchs aus Kiel hätten. (Kieler Nachrichten-Isabelle Breitbach)

Enge Zusammenarbeit mit Vereinen ist einmalig in Kiel

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