Deutscher Handballbund · Handball · Klaus-Dieter Petersen · Pitti Petersen

Heute vor 20 Jahren….

Am 7. Juni 1998 gewannen die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Südtirol Bronze. Es war der Beginn der Ära!

Wenn Handball-Fans nach den größten Erfolgen des ehemaligen Männer-Bundestrainers Heiner Brand gefragt werden, nennen sie vor allem zwei Titel: den WM-Triumph 2007 und den EM-Coup 2004. Nicht wenige erinnern sich auch noch den Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Allerdings gerät ein Ereignis immer mehr in Vergessenheit, obwohl es den Beginn der Ära Brand markiert und die Geburtsstunde einer Goldenen Generation war: Heute vor 20 Jahren gewann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) Bronze bei der Europameisterschaft in Südtirol.

„Das war damals ein erstes Ausrufezeichen“, sagt Heiner Brand im Gespräch mit dieser Zeitung. Im Januar 1997 hatte er das DHB-Team übernommen, eineinhalb Jahre später gab es bereits das erste Mal Edelmetall. „Danach war für mich klar, dass mit diesem Team in den nächsten Jahren noch einiges möglich sein würde.“

Wir blicken zurück auf ein Turnier, das aus deutscher Sicht einen Wendepunkt in der sportlichen Entwicklung bedeutete:

Der Trainer

Heiner Brand – er hatte schon vor seiner Trainertätigkeit einen großen Namen. Denn er gehörte als Spieler zu den WM-Helden von 1978. Im Mai 1998 – die großen Turniere fanden damals im Spätfrühling statt – reiste der Schnauzbart der Nation mit seinem Team im Anschluss an die kräftezehrende Bundesliga-Saison nach Spanien. „Wir hatten keinen Ball dabei. Es ging nur um Regeneration – das war das beste in dieser Situation“, erinnert sich Brand. Mit der für damalige Verhältnisse eher ungewöhnlichen Vorbereitung lag der Coach richtig. Seine Mannschaft bezog wenige Tage später ausgeruht und voll motiviert ihr Quartier in Südtirol.

Die Mannschaft

Die DHB-Auswahl trat in Meran und Bozen unter anderen mit einem gewissen Stefan Kretzschmar an. Der Rechtshänder vom SC Magdeburg war schon damals ein Superstar im deutschen Handball – und wurde auch zum besten Linksaußen der EM gekürt. Doch im Aufgebot tauchten noch weitere prominente Bundesliga-Profis auf: wie etwa Martin Schwalb, Jan Holpert, Henning Fritz, Markus Baur, Christian Schwarzer und Klaus-Dieter Petersen. Insgesamt 15 Akteure umfasste der Kader von Heiner Brand.

Der Bundestrainer räumte seinen Spielern während des Turniers durchaus auch ein bisschen Freizeit ein. „Das sorgte nach der langen Saison für die nötige Lockerheit“, erzählt der heute 65-Jährige. So kam es vor, dass Spieler wie Petersen und Schwarzer an wettkampffreien Tagen beim Shopping in Meran gesehen wurden.

Das Turnier

Der Start verlief eigentlich ziemlich ungünstig. Die deutsche Nationalmannschaft hatte Vize-Weltmeister Schweden im Auftaktspiel am Rand einer Niederlage, verlor aber noch 20:21. Die Journalisten bewerteten dies als Enttäuschung. Nicht so Brand: „Die Schweden hatten ein Klasse-Team und waren mit ihrer 6:0-Abwehr eher Vorbilder für uns. Es war ein Erfolg, die Chance auf einen Sieg gehabt zu haben“, erklärt Brand, „das Spiel hat uns aufgebaut.“ Danach folgten in der Vorrunde vier Siege. Erst im Halbfinale wurde der Siegeszug durch die favorisierten Spanier gestoppt: 22:29. Aber im Spiel um Platz drei gelang dem Brand-Team ein 30:28-Erfolg nach Verlängerung gegen Weltmeister Russland. (Autor: Björn Mahr)

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